Warum du immer noch keine Dips kannst

Warum du immer noch keine Dips kannst

Jan Gerter Jan Gerter
· 11 August 2026 · 5 min read
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Dips sehen einfach aus, bis man sie selbst machen will. Du stützt dich auf zwei Barren, gehst runter, drückst dich wieder hoch — fertig. In der Realität scheitern aber viele genau daran. Entweder sie kommen gar nicht erst aus der unteren Position raus oder sie haben direkt Schmerzen in Schulter, Brust oder Ellenbogen, weil die Technik noch nicht sitzt.

Wenn du noch keine sauberen Dips kannst, brauchst du nicht zehn verschiedene fancy Übungen. Du brauchst vor allem zwei Dinge: eine Übung, die den echten Dip so gut wie möglich imitiert, und eine Übung, mit der du genug Volumen sammeln kannst, ohne jedes Mal komplett einzubrechen.

Warum Dips am Anfang so schwer sind

Der Dip fordert Brust, vordere Schulter und Trizeps gleichzeitig. Zusätzlich musst du deinen Körper stabil halten und dich sauber durch die Bewegung kontrollieren. Genau deshalb reicht es oft nicht, einfach nur stärker in Push-Ups zu werden. Push-Ups helfen natürlich, aber sie ersetzen nicht das Gefühl, deinen Körper zwischen zwei Barren abzulassen und wieder hochzudrücken.

Viele machen den Fehler, direkt normale Dips erzwingen zu wollen. Dann wird die Schulter instabil, der Körper fällt nach vorne, die Ellenbogen gehen irgendwohin und die untere Position fühlt sich unangenehm an. Wenn du so trainierst, baust du nicht sauber Kraft auf, sondern gewöhnst dir schlechte Technik an.

Übung 1: Band-assistierte Dips

Die beste Übung für deinen ersten Dip ist meiner Meinung nach der Dip mit Widerstandsband. Genau wie beim Pull-Up nimmt dir das Band einen Teil deines Körpergewichts ab. Dadurch kannst du die Bewegung sauber üben, obwohl du noch nicht stark genug für freie Dips bist.

Du befestigst das Band an den Barren und legst entweder deine Knie hinein oder deine Füße, je nachdem, welche Variante für dich besser passt. Wenn du später deine Beine bei den Dips eher gestreckt halten willst, kannst du das mit der Fuß-Variante schon gut üben. Wichtig ist, dass du nicht einfach nur irgendwie hoch und runter gehst, sondern den echten Dip so gut wie möglich imitierst: kontrolliert runter, stabil bleiben, sauber hochdrücken.

Der Vorteil ist klar: Du trainierst genau die Bewegung, die du lernen willst. Du baust Kraft auf, bekommst ein Gefühl für die Tiefe und kannst die Technik üben, ohne dass dein Körper direkt überfordert ist. Wenn du stärker wirst, nimmst du ein leichteres Band oder machst mehr saubere Wiederholungen.

Alternative ohne Band: Isometrisches Halten unten

Wenn du kein Band hast, kannst du mit isometrischen Holds arbeiten. Dabei springst du oder steigst kontrolliert in die Dip-Position, gehst in die untere Position und hältst sie so lange wie möglich. Die untere Position ist beim Dip meistens die schwerste Stelle, also macht es Sinn, genau dort stärker zu werden.

Am Anfang hältst du vielleicht nur eine Sekunde. Das ist okay. Mit der Zeit werden daraus drei, fünf, acht oder mehr Sekunden. Wichtig ist, dass du die Position kontrollierst und nicht einfach in den Schultern zusammensackst. Brust aktiv, Schultern stabil, Ellenbogen kontrolliert, Körperspannung halten.

Diese Übung ersetzt den Band-Dip nicht komplett, aber sie ist eine gute Alternative, wenn du kein Equipment hast. Du gewöhnst deinen Körper an die schwierigste Position und baust dort Stabilität auf.

Übung 2: Dips am Kasten oder an einer Bank

Die zweite Übung sind Dips an einem Kasten, einer Bank oder einer anderen stabilen Erhöhung. Viele kennen diese Übung schon. Sie ist nicht identisch mit normalen Barren-Dips, weil sie stärker den Trizeps belastet und weniger Brust und Schulter einbindet. Trotzdem ist sie sinnvoll, weil du damit viel Volumen sammeln kannst und der Druckbewegung näherkommst.

Greif ungefähr schulterbreit, geh mit dem Körper nach vorne und senk dich kontrolliert ab, ungefähr bis zu einem 90-Grad-Winkel im Ellenbogen. Du musst nicht maximal tief gehen, vor allem nicht, wenn sich deine Schulter dabei unangenehm anfühlt. Danach drückst du dich wieder hoch und hältst die Bewegung sauber.

Wenn dir diese Variante irgendwann zu leicht wird, kannst du sie explosiver machen oder das Gewicht etwas mehr auf eine Seite verlagern. Aber auch hier gilt: Erst Kontrolle, dann schwieriger machen.

Fazit

Wenn du noch keine Dips kannst, brauchst du keinen komplizierten Plan. Starte mit band-assistierten Dips, weil sie den echten Dip am besten imitieren. Wenn du kein Band hast, nutze isometrische Holds in der unteren Position. Ergänzend dazu kannst du Dips am Kasten oder an einer Bank machen, um mehr Volumen aufzubauen und deinen Trizeps zu stärken.

So gewöhnst du deinen Körper Schritt für Schritt an die Bewegung, baust Kraft auf und kommst deinen ersten sauberen Dips deutlich näher. Wenn du dabei Schmerzen hast oder nicht weißt, welche Variante zu deinem Level passt, kann ein individueller Trainingsplan oder Coaching sinnvoll sein, damit du nicht einfach irgendwas machst, sondern gezielt besser wirst.

Jan Gerter
Geschrieben von
Jan Gerter

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