Wie Elias seine Muscle-Ups von 2 auf 11 Wiederholungen verbessert hat
Kurzer Einstieg über Elias:
Er konnte bereits Muscle-Ups, ungefähr 2–5 Wiederholungen, aber seine Technik war noch schwunglastig. Nach rund 5 Monaten Coaching konnte er bis zu 11 Muscle-Ups mit deutlich besserer Explosivität, stärkerem High Pull-Up und saubererer Form.
Wie Elias seine Muscle-Ups von 2 auf 11 Wiederholungen verbessert hat
Als Elias zu mir ins Coaching kam, konnte er bereits Muscle-Ups. Er war also kein kompletter Anfänger, der seinen ersten Muscle-Up lernen wollte. Er hatte schon solide Wiederholungen drauf, kam über die Stange und wusste grundsätzlich, wie sich die Bewegung anfühlen muss. Trotzdem war schnell klar: Da steckt noch deutlich mehr Potenzial drin.
Am Anfang waren seine Muscle-Ups noch relativ schwunglastig. Die Wiederholungen waren nicht schlecht, aber sie waren auch nicht so explosiv und kontrolliert, wie sie sein könnten. Besonders in der Zugphase fehlte noch Höhe, wodurch er in der Transition mehr kompensieren musste. Nach ungefähr fünf Monaten Coaching sah das ganz anders aus: Elias konnte deutlich stärkere High Pull-Ups, explosivere Muscle-Ups und sauberere Wiederholungen mit viel weniger Schwung. Sein Rekord lag am Ende bei 11 Muscle-Ups.
Auf meiner Website sieht man dazu auch das Before-and-After-Video. Gerade im After sieht man sehr gut, dass sich nicht nur die Anzahl verbessert hat, sondern vor allem die Qualität der Bewegung. Und genau darum ging es in diesem Coaching nicht einfach nur um „mehr Muscle-Ups“, sondern um stärkere, kontrolliertere und explosivere Muscle-Ups.
Elias konnte Muscle-Ups – aber das eigentliche Problem war die Qualität
Viele machen beim Muscle-Up den Fehler, nur auf die Wiederholungszahl zu schauen. Natürlich ist es nice, wenn du mehr Reps schaffst, aber die wichtigere Frage ist: Wie sehen diese Wiederholungen aus? Wenn du jede Rep mit viel Schwung rettest, kaum Höhe im Pull hast und dich irgendwie über die Stange kämpfst, dann ist das ein anderes Level als ein explosiver Muscle-Up mit sauberer Kontrolle.
Bei Elias war das Ziel deshalb nicht, einfach nur noch mehr Muscle-Ups in den Plan zu werfen. Das hätte wahrscheinlich kurzfristig ein bisschen geholfen, aber es hätte nicht das eigentliche Problem gelöst. Wir wollten seine Zugkraft erhöhen, seine Explosivität verbessern und gleichzeitig die Muscle-Up-Technik regelmäßig sauber halten. Denn ein besserer Muscle-Up entsteht nicht nur dadurch, dass du ihn öfter machst, sondern dadurch, dass du die Schwachstellen dahinter gezielt trainierst.
Phase 1: Mehr Kraft durch Weighted Pull-Ups
Am Anfang lag der Fokus klar auf Weighted Pull-Ups. Der Grund ist simpel: Wenn dein Pull stärker wird, musst du im Muscle-Up weniger mit Schwung ausgleichen. Du kommst höher, hast mehr Zeit für die Transition und die gesamte Bewegung fühlt sich kontrollierter an. Elias hat natürlich weiterhin Muscle-Ups gemacht, damit die Technik nicht verloren geht, aber der Hauptfokus lag erstmal auf mehr Zugkraft.
Wir haben Weighted Pull-Ups ungefähr zwei Mal pro Woche eingebaut. Da Elias nicht immer perfekte Gewichtsabstufungen zur Verfügung hatte, mussten wir flexibel arbeiten. Es ging also nicht darum, jede Woche exakt ein bestimmtes Gewicht zu steigern, sondern den Reiz sinnvoll anzupassen. Grob haben wir im Bereich von 4 Sätzen mit 5 Wiederholungen gearbeitet. Schwer genug, um Kraft aufzubauen, aber noch sauber genug, damit die Wiederholungen technisch stabil bleiben.
Diese Phase war extrem wichtig, weil sie Elias mehr Grundlage gegeben hat. Viele wollen direkt am Skill selbst schrauben, aber wenn der Pull nicht stark genug ist, wird der Muscle-Up immer irgendwie kompensiert. Genau das wollten wir reduzieren.
Phase 2: Explosive Pull-Ups für mehr Höhe
Neben den Weighted Pull-Ups gab es einmal pro Woche eine Einheit mit explosiven Bodyweight Pull-Ups. Dabei ging es nicht darum, einfach möglichst viele Pull-Ups irgendwie zu sammeln. Der Fokus war: jede Wiederholung so schnell, hoch und sauber wie möglich ziehen. Qualität vor Quantität.
Elias hat hier meistens mehrere Sätze gemacht, ungefähr 5 Sätze, aber immer mit dem Ziel, die Explosivität hochzuhalten. Sobald die Wiederholungen langsam wurden oder die Höhe deutlich schlechter wurde, war der Satz nicht mehr wirklich wertvoll für unser Ziel. Für Muscle-Ups brauchst du nicht nur Kraft, sondern auch die Fähigkeit, diese Kraft schnell einzusetzen.
Genau das hat sich später stark auf seine High Pull-Ups übertragen. Je höher du dich ziehen kannst, desto leichter wird die Transition über die Stange. Du musst weniger kämpfen, weniger schwingen und kommst sauberer in die Dip-Position. Bei Elias war das einer der größten Punkte, die seine Muscle-Ups optisch und technisch verbessert haben.
Phase 3: Muscle-Ups weiter üben, aber nicht sinnlos ballern
Obwohl der Fokus am Anfang auf Pull-Ups lag, haben wir Muscle-Ups nie komplett rausgenommen. Das wäre auch nicht sinnvoll gewesen, weil der Muscle-Up ein Skill ist. Du musst die Bewegung regelmäßig fühlen, sonst verlierst du Timing, Rhythmus und Sicherheit in der Transition.
Der Unterschied war aber: Elias hat Muscle-Ups nicht jedes Training komplett bis zum Limit geballert. Das ist ein häufiger Fehler. Viele machen so lange Muscle-Ups, bis die Technik komplett zerfällt, und wundern sich dann, warum sie immer mit Schwung arbeiten. Wenn du ständig schlechte Wiederholungen trainierst, wird dein Körper auch genau darin besser.
Deshalb haben wir seine Muscle-Ups meistens am Anfang des Trainings eingebaut, wenn er noch frisch war. Ein paar saubere Sätze, keine unnötige Zerstörung, dann weiter mit dem eigentlichen Kraft- oder Explosivitätsblock. So blieb die Technik aktiv, ohne dass er sich jedes Mal in schlechte Muster reingearbeitet hat.
Phase 4: Weighted Muscle-Ups als nächster Schritt
Nach ungefähr drei Monaten war die Grundlage deutlich besser. Elias war stärker im Pull-Up, explosiver im Zug und seine normalen Muscle-Ups wurden bereits sauberer. Dann konnten wir den Fokus mehr auf Weighted Muscle-Ups verschieben.
Das hat Sinn gemacht, weil sein Körper durch die Weighted Pull-Ups schon an Zusatzgewicht gewöhnt war. Er hatte also nicht plötzlich eine komplett neue Belastung, sondern konnte die aufgebaute Kraft spezifischer auf den Muscle-Up übertragen. Die Weighted Pull-Ups blieben weiterhin im Plan, aber mit weniger Fokus. Der wichtigere Teil wurden jetzt Weighted Muscle-Ups.
Wir haben ungefähr mit drei Einheiten pro Woche gearbeitet: zwei Einheiten im mittleren Bereich und eine schwerere Einheit. Bei den mittleren Einheiten ging es eher um 3 Sätze mit 4 Wiederholungen, bei der schweren Einheit eher um 3 Sätze mit 2 Wiederholungen. Das Ziel war nicht, einfach möglichst viel Gewicht dranzuhängen, sondern die Bewegung unter Zusatzgewicht sauber und explosiv zu halten.
Weighted Muscle-Ups sind natürlich nichts für Anfänger. Wenn dein normaler Muscle-Up noch unsauber ist, brauchst du erstmal keine Zusatzgewichte. Bei Elias war der Zeitpunkt aber passend, weil die Basis schon da war. Dadurch wurden seine normalen Muscle-Ups noch explosiver, weil sich das eigene Körpergewicht nach der Arbeit mit Zusatzgewicht leichter angefühlt hat.
Was du aus Elias’ Fortschritt lernen kannst
Elias’ Fortschritt kam nicht durch irgendeinen geheimen Trick. Er wurde besser, weil das Training klar aufgebaut war. Erst mehr Zugkraft durch Weighted Pull-Ups, dann mehr Explosivität durch schnelle Pull-Ups, gleichzeitig regelmäßige Muscle-Ups für die Technik und später Weighted Muscle-Ups, um den Skill selbst stärker zu machen.
Genau das ist der Punkt, den viele übersehen. Wenn du bei Muscle-Ups stagnierst, brauchst du nicht automatisch mehr Versuche. Oft brauchst du einen besseren Plan. Vielleicht fehlt dir Kraft, vielleicht Explosivität, vielleicht technische Kontrolle oder einfach eine klare Struktur im Training. Bei Elias war es die Kombination aus allem, die am Ende den Unterschied gemacht hat.
Nach fünf Monaten konnte er nicht nur mehr Muscle-Ups, sondern vor allem bessere Muscle-Ups. Weniger Schwung, mehr Höhe, stärkere High Pull-Ups und deutlich mehr Kontrolle. Genau darum geht es im Calisthenics nicht nur darum, einen Skill irgendwie zu schaffen, sondern ihn wirklich zu beherrschen.
Fazit
Wenn du deine Muscle-Ups verbessern willst, reicht es nicht, einfach nur immer wieder Muscle-Ups zu machen. Du musst verstehen, warum deine Wiederholungen aktuell noch unsauber, langsam oder schwunglastig sind. Elias hat gezeigt, wie viel möglich ist, wenn Kraft, Explosivität und Technik sinnvoll zusammen trainiert werden.
Wenn du nicht weißt, ob dein Problem eher an Kraft, Technik oder Trainingsstruktur liegt, kann ein individueller Plan oder 1:1-Coaching sinnvoll sein. Nicht, weil du einen magischen Trick brauchst, sondern weil du einen Plan brauchst, der genau zu deinem aktuellen Level passt.
